Das iPad ist da – Erster Eindruck

Über kaum ein Gerät wurde in den letzten Monaten so viel geschrieben, wie über das iPad von Apple. Jahrelang gab es die wildesten Spekulationen, wann denn Apple endlich auf dem Markt der Netbooks oder Tablet-PCs mitmischt. Der Markt der Netbooks war für Apple wohl nicht interessant oder lukrativ genug, und die Technik für wirklich gute und intuitiv zu bedienende Tablet-PCs wohl noch nicht reif genug.

Den Anfang hatte Apple mit dem iPhone  gemacht und basierend auf der Technik und der Software des iPhone wurde dann das iPad im Januar von Steve Jobs in seiner unnachahmlichen Art auf einem eigenen Event vorgestellt. Es wurde viel spekuliert, wie gut das Gerät beim Publikum ankommen würde, aber ich glaube, selbst die kühnsten Optimisten haben wohl nicht mit diesen Verkaufszahlen in den ersten Wochen gerechnet, auch bei Apple nicht. Aus diesem Grund wurde auch der Marktstart außerhalb der USA um einen Monat nach hinten, auf Ende Mai, verschoben. Und das obwohl das Betriebssystem und auch die Techniken einige Einschränkungen hat. Aber dazu später mehr.

All das hat der Vorfreude auf das iPad jedoch auch bei uns keinen Abbruch getan und deshalb gab es am ersten Verkaufstag die, eigentlich nur aus Amerika bekannten, langen Schlangen vor den 3 Apple Stores in Deutschland. Es soll wohl einige gegeben haben, die vor dem Store übernachtet haben, um am Morgen einer der ersten zu sein, die das iPad in empfang nehmen konnten. Da Anstehen eher nicht so mein Ding ist, habe ich mir mein iPad mit 3G und 32 GB Speicherkapazität schon Anfang April bei Gravis vorbestellt. Bei Gravis deshalb, weil man es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bei Apple vorbestellen konnte. Ein paar Wochen hatte ich dann von Gravis nichts mehr gehört, so das ich mir nicht mehr sicher war, ob ich es auch wirklich bekommen würde. Vor einer Woche bekam ich dann aber einen Anruf von der Gravis Hotline, die mir nach Anfrage, ob ich noch an dem iPad interessiert sei, versicherte, dass ich das iPad pünktlich zum ersten Verkaufstag bekommen würde. Und so wurde es auch am Freitag im Laufe des Tages per UPS geliefert und ich konnte es dann, nach Feierabend gleich auspacken und in Betrieb nehmen.

Wobei die Inbetriebnahme an eine Bedingung geknüpft war, das iPad verlangt nach einer kurzen Aktivierung über einem Mac oder PC , auf dem iTunes installiert sein muss. Ich habe es also an meinen Mac angeschlossen und da ich über diesen auch meinen iPod Touch synchronisiere, wurde ich gleich gefragt, ob ich die Einstellungen vom iPod übernehmen wollte, was mir vor allem wegen der dort schon eingerichteten EMail-Konten, Kalender und Adressbücher sehr entgegenkam und das initiale Einrichten des iPad’s sehr vereinfachte. Bei der ersten Synchronisierung wurden auch alle Anwendungen, die ich auch schon auf dem iPod hatte, auf das iPad transferiert, von denen ich die meisten allerdings danach wieder runter geschmissen habe, weil es entweder davon entweder schon eine iPad Version gab, oder aber diese durch den Zoom so hässlich aussahen, das ich mir die nicht wirklich antun wollte. Übrig geblieben sind im Moment nur wenige iPhone-Apps, auf die ich dann doch nicht verzichten wollte, unter anderem Skype, Facebook und Apple Remote zum Steuern von iTunes auf meinem MacMini im Wohnzimmer.

Da ich mich in den letzten Wochen schon Recht intensiv mit der für das iPad erhältlichen Software im AppStore beschäftigt hatte, wusste ich auch schon, welche Programme ich mir zuerst auf das iPad spielen wollte. Unter anderem sind da Pages, iBook, Things, Dropbox, GodReader dabei gewesen. Die Software für das iPad ist zum Teil deutlich günstiger als die vergleichbaren Mac- oder PC-Versionen, mit natürlich reduziertem Funktionsumfang, aber meistens doch um einige Euros teurer als die entsprechende iPhone/iPod Version.

Nachdem ich also das iPad mit der grundlegenden Software und dem notwendigen Inhalten (Musik, Bilder, Videos und einiges eBooks) befüllt hatte, ging es daran das iPad von der Bedienung her zu erforschen. Wer schon ein iPhone oder einen iPod Touch sein eigen nennt, der wird gleich mit einem Deja-vue Gefühl konfrontiert, denn es sieht am Anfang fast genauso aus, wie auf dem iPhone, nur alles halt ein wenig größer und brillianter. Die Software bedient sich angenehm flüssig und egal wie rum man das iPad hält, es passt sich sofort von der Ausrichtung her an. Im Vergleich zum iPhone kann man das aber durch einen Schalter an der Seite unterbinden.

Die Programme, die es auch auf dem iPhone von Apple gibt, Adressbuch, Kalender und Email, wurden natürlich optimal an die Möglichkeiten des iPads angepasst und vermitteln doch von der Bedienung einen sehr natürlichen und intuitiven Eindruck. Einige Programme wie die Online-Ausgabe des Stern, die HD-Version der Welt machen einen doch sehr vielversprechenden Vorgeschmack, wie digitale Medien in der Zukunft die herkömmlichen Zeitschriften sicher nicht ersetzen, aber zumindest einen gewissen Marktanteil wegnehmen könnte, wie es das Internet bereits getan hat. Dabei muss man sich aber auch mit dem Gedanken anfreunden, das diese Inhalte in Zukunft nicht mehr kostenlos sein werden.

Das Lesen von eBooks in iBook fühlt sich sehr natürlich an, sogar das Umblättern sieht wie bei einem richtigen Buch aus. Außerdem gibt es einige Sachen, die man bei einem normalen Buch nicht hat. Das fängt von der änderbaren Schriftart und -größe an. Des weiteren kann man Lesezeichen (ohne Eselsohren :-) ) setzen und auch im Buch suchen. Da die meisten meiner eBooks allerdings nicht im ePub-Format sondern als PDF vorliegen, konnte ich mir diese nicht in iBook anschauen, sondern musste dazu den GoodReader verwenden. Da das PDF-Format nicht für eBook-Reader optimiert ist, muss man dabei auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Dies betrifft vor allem die Navigation innerhalb des Buches, als auch die nicht ganz so optimale Lesebarkeit. Trotzdem finde ich, das man auch PDFs sehr gut auf dem iPad lesen kann. Allerdings fürchte ich, das ich nicht wirklich zum ausgiebigen Lesen kommen werde, denn zu verlockend sind Möglichkeiten, die man sonst noch auf dem iPad hat. Und wenn es schnell mal ein Blick in Twitterrific  oder Facebook ist, was es denn so neues in den Socialcommunities gibt. Ach ja und spielen kann man mit dem iPad auch noch sehr gut. Habe ich jetzt zwar noch nicht gemacht, wird aber in den nächsten Wochen wohl auch noch kommen.

Bei all dem Licht gibt es natürlich auch Schatten, und die will ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Das iPad fühlt sich mit der Zeit schon etwas schwer an, fast so schwer, wie das MacBook Air, was mit der Zeit vielleicht beim Lesen etwas ermüdend sein kann. Ich habe gestern auf dem Balkon ein wenig versucht, auf dem iPad zu lesen, und musste dabei die doch recht starke Spiegelung feststellen. Es gibt da von Drittanbietern Entspiegelungsfolien, vielleicht werde ich damit mal mein Glück versuchen. Das nächste Problem ist eigentlich nicht wirklich ein Problem, trotzdem hat man das Gefühl, das iPad ständig putzen zu müssen, weil man die Finderabdrücke vor allem von der Seite aus doch recht deutlich sieht. Ich kann mich erinnern, das mich das am Anfang auf dem iPod Touch auch sehr gestört hat, inzwischen fällt mir das gar nicht mehr so auf. Obwohl der iPod natürlich wenig schneller geputzt ist, als das iPad. Zu guter letzt stört mich etwas, was auf dem iPod nicht so sehr zum Tragen kommt, aber auf dem iPad doch relativ schnell als Einschränkung fühlbar ist. Die Möglichkeit, mehrere Programme gleichzeitig auszuführen und zwischen diesen umzuschalten oder zwischen diesen zu interagieren, die fehlt einem doch relativ schnell. Und wenn es nur kurz das Kennwort aus 1Password zu holen, um es im AppStore beim Einkauf einfügen zu können. Vor allem deshalb, weil man das ja unter Windows und MacOS, aber auch auf meinem Android Handy so gewöhnt ist und dies daher als eigentlich selbstverständlich ansieht. Aber Apple hat mit dem iPhone OS 4.0 Besserung versprochen, auch wenn es trotzdem noch einige Einschränkungen geben wird.

Fazit

Um diesen Beitrag zum Ende zu bringen, möchte ich zum Abschluss sagen, das ich vom iPad absolut nicht enttäuscht bin und den Kauf bis jetzt in keinster Weise bereut habe, mir für die zukünftige Softwaregeneration doch noch einige Verbesserungen wünsche. Das iPad wird keines meiner aktuellen Geräte iPod Touch oder MacBook ersetzen können, wohl aber in einigen Fällen doch den Platz dieser Geräte einnehmen. Diesen, für meine Verhältnisse doch recht langen Artikel hier, würde ich nie und nimmer auf der virtuellen Tastatur des iPads schreiben, das ist einfach zu mühselig. Da muss das MacBook ran. Aber schnell mal eine Statusmeldung für Twitter oder Facebook, das sollte auf dem iPad allemal funktionieren.

Ich werde in den nächsten Wochen sicher noch einige Beiträge zu meinen Erfahrungen mit dem iPad hier posten. Für alle Leser, die eine Meinung zum iPad oder zu meinen Beiträgen haben, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen.

 

Comments: 1

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Hallo Jan.
Hast recht. Wir haben praktisch von Dir erwartet, dass du den iPad holst :-D .
Ich denke, dass das iPad genau das leistet, wofür es entwickelt wurde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es sind mit Sicherheit noch einiges an Entwicklungsarbeit notwendig, um dass Gerät wirklich vollkommen zu machen. Aber man kann es nicht gleich von der ersten Version erwarten. Der erste iPhone hatte auch seine Mängel gehabt und ist mittlerweile in der Version 3GS praktisch so, wie man es will und erwartet.
Ich denke, dass iPad es nach 1-2 Soft- (und eventuell Harware-) Versionen ein unersetzliches Zusatzgerät sein wird.
Ich wünsche Dir noch viel Spass mit dem Experimentieren an dem iPad und warte auf weitere Berichte aus der ersten Hand.

 
 
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