Flusskreuzfahrt Donau 2009 – Ein Reisebericht

In der letzten Wochen, haben wir einen Wunsch meiner Frau erfüllt und eine Flusskreuzfahrt auf der Donau von Passau über Wien nach Budapest und zurück gemacht. Da ich das MacBook mithatte, haben wir unsere Erlebnisse und Eindrücke aufgeschrieben. Zusammen mit ein paar schönen Bildern möchte ich das ganze hier in einem Artikel posten. Den Text habe ich mir zwar nachher noch einmal durchgelesen und auch etwas überarbeitet, kann aber durchaus einige Fehler, sowohl rechtschreiblich, grammatikalisch als auch inhaltlich haben. Also seid beim Lesen bitte etwas nachsichtig.

Tag 1

Heute ist der erste Tag unserer Donaukreuzfahrt. Diese Zeilen schreibe ich in unserer Kabine, die etwas klein, aber sonst ganz OK ist. Soll ja nur zum schlafen sein. Das Schiff, die MS Wolga ist ca. 40 Jahre alt, wie wir heute bei der Begrüßung erfahren haben. Angeblich das älteste Kreuzfahrtschiff, das im Moment auf der Donau unterwegs ist. Und noch ein wenig älter als das Schiff, sind die Passagiere. Mal abgesehen, von einem Kind, das wohl mit ihrer Oma da ist, sind allesamt älter als wir und könnten zum größten Teil unsere Eltern sein. Das hätten wir uns eigentlich denken können, das eine solch gemütliche Tour eher etwas für das ältere Semester ist. Uns kam es aber auf die Städtereisetour an, 4 Städte in einer Woche sind doch etwas oder ;-)

Aber erst mal der Reihe nach. Angekommen sind wir um 13:30 auf dem Bahnhof in Passau und wurden nach ca. 1 Stunde Aufenthalt per Bus auf das Schiff gebracht. Die Anlegestelle hieß "Lindau", hatte aber nichts mit dem Bodensee zu tun. Dort lagen nicht weniger als 8 Schiffe und wir mussten mindestens eins überqueren, um auf unseren "alten Kahn" zu kommen.

Das ist zwar nicht unser Schiff, aber es sah fast genauso aus

Die Begrüßung an Bord war typisch Russisch, mit Brot und Salz. Das hat auch seinen Grund, denn das Schiff gehört einer ukrainischen Rederei, und auch die Mannschaft ist, abgesehen von der Reiseleiterin, russischer oder ukrainischer Nationalität. Da kommt uns unser Schulrussisch zu gute, denn wir konnten uns sogar auf russisch bedanken, was die Bedienung im Restaurant sehr gefreut hat.

Kurz nachdem wir auf dem Schiff angekommen sind, war auch schon der Zeitpunkt zum Ablegen gekommen. Das Wetter war zu dem Zeitpunkt noch sehr schön (und blieb dann auch die ganze Reise so). Ca. eine halbe Stunde später gab es das erste mal Kaffee und Kuchen, den Kuchen allerdings streng abgezählt. Auf jedem Tisch stand ein Teller mit 2 Stückchen Kuchen für jeden. Apropos Tisch, wir bekamen beim Einchecken den Tisch Nummer 11 zugeteilt, den wir nun bis zum Ende unserer Reise aufsuchen mussten. Da der Tisch für 4 Personen gedacht war, mussten wir uns überraschen lassen, mit wem wir den Tisch teilten.

Nach dem Essen wurden wir kurz durch unsere Reiseleiterin begrüßt, die uns einiges über das Schiff sagte und auch die Ausflüge die man buchen kann, kurz vorstellte.

Danach ging es an Deck, denn die Erste von insgesamt 11 Schleusen wartete schon auf uns. Dabei ist die Einfahrt so niedrig, das die Crew sogar die Kabinenabdeckung des Steuerhauses abnehmen musste. Das ganze wird bis morgen früh in Wien noch insgesamt 9 mal passieren. Aber davon werden wir nicht mehr viel mitbekommen, da wir die Nacht durchfahren und man in der Nacht erfahrungsgemäß schläft.

Ob wir gut schlafen können, müssen wir erst noch sehen. Die Betten in der Kabine sind zum ausklappen und hängen ca. 1,30 m über dem Kajütenboden. Damit haben einige unsere Nachbarn wohl auch ein paar Probleme, denn in dem Alter kommt man da nicht mehr ganz so gut hoch. Aber zum Glück gab es im Schrank  eine kleine Leiter ;-)

Heute Abend haben wir noch den Begrüßungscoctail und das erste Abendessen vor uns. Bis dahin müssen wir uns auch noch entscheiden, an welchen Ausflügen wir teilnehmen wollen, die allesamt so zwischen 20 und 30 € pro Person kosten. Wir werden auf jeden Fall den Ausflug zum Schloss Gödöllö buchen, weil wir da nicht zu Fuß hinkommen und weil das Schloss Teil der Sissi Gedächtnistour ist, die wir seit einigen Jahren mit Unterbrechungen duchführen. Ziel dabei ist es, alle Orte, an denen die Sissi in ihrem Leben war, aufzusuchen. Bayern, Wien und Korfu haben wir schon hinter uns. Als nächstes ist das Schloss Gödöllö und dann nächstes Jahr vielleicht Madeira dran. Susi ist ja bekanntermaßen "Sissi" Fan und deshalb haben wir uns das vorgenommen.

…Fortsetzung

So zurück vom ersten Abendessen. Es gab nicht wie erwartet, und sonst auch so gewohnt, ein großes Buffet, sondern das Essen wurde an den Tisch gebracht. Zum Anfang gab es, wie man es nicht anders von einem ukrainisch (russischen) Schiff erwarten konnte, eine Vorspeise, bei der ein bisschen Kaviar drin war. Es hat zwar geschmeckt, aber mir ist trotzdem nicht klar, warum das so eine teure Delikatesse sein soll.

Danach gab es 3 Hauptgerichte zur Auswahl, wobei auf der Karte zwar "oder" stand, aber man eigentlich zum Anfang gar kein Auswahl hatte, sondern gleich den Lachs serviert bekommen. Erst als es auch die zweite Hauptspeise ungefragt serviert werden sollte, habe ich protestiert und mich dann lieber für den vegetarischen Gang entschieden. Die Getränke schienen anfangs überraschenderweise umsonst zu sein, weil der Kellner sich nichts aufgeschrieben hatte, aber am Ende des Essens kam er dann doch mit seinem Rechnungsblock und hat uns die Rechnung aufs Zimmer geschrieben.

Die Band am Abend haben wir uns dann gespart, bei dem Publikum kann ich mir schon denken, was da für eine Musik gespielt wird. Also sind wir noch mal kurz aufs Deck gegangen. Aber da waren wir mal wieder an einer Schleuse und kalt war es inzwischen auch geworden. Also haben wir beschlossen, in die Kabine zu gehen. Die Betten waren schon durch das Servicepersonal heruntergeklappt, obwohl wir das wohl auch noch allein hinbekommen hätten. Ein bisschen komisch ist das schon, wenn es draußen so sehr rauscht, als ob ein Mega-Regenschauer runter kommt. Aber das ist ja auch kein Wunder, da unsere Kabine genau auf der Höhe des Wasserspiegels liegt.

Tag 2

Heute ist nun der zweite Tag unserer Flusskreuzfahrt. Die Nacht war etwas unruhig, um es ganz vorsichtig auszudrücken. Wir haben ja auch einige Schleusen durchquert. Wir sind leider noch nicht in Wien angekommen, also wird auch nix mit Joggen heute morgen. Ich war gerade an Deck und habe ein wenig frische Luft geschnappt. Im Zimmer gab es nur Klimaanlage. Jetzt gehen wir gleich erst mal frühstücken. Danach machen wir die Planung, was wir uns heute in Wien anschauen wollen.

…Fortsetzung

So, das Frühstück war eigentlich ganz OK, ich habe auch mein Müsli bekommen, jetzt kann der Tag beginnen. Wir werden gegen 10:30 Uhr in Wien ankommen und uns dann einige "Fleckchen" ansehen, die wir bei unserem ersten Besuch vor 6 Jahren nicht geschafft haben.

Vorbei ging es bei der Einfahrt in Wien übrigens am Millenium-Tower, der zu Jahrtausendwende gebaut und mit über 200m das höchste Büro- und Wohngebäude Österreichs ist.

Der Milleniumtower in Wien 

Nach der Ankunft in Wien sind wir gleich von Bord Richtung Norden gegangen, dort wo die Stadt Wien in den 90er Jahren die UNO-City gebaut hat, ein Stadtviertel mit hochmodernen Wolkenkratzern, die allesamt mindestens 25-50 Stockwerke hatten. Das ganze ergab wirklich den Eindruck einer ganz modernen Stadt. UNO-City übrigens deswegen, weil die Gebäude 1999 für den Zeitraum von 99 Jahren für den symbolischen Preis von 1 Schilling an die UNO vermietet wurden. (Hat jedenfalls die Reiseleiterin erzählt) Na, ob das die Stadt im Moment nicht eher bereuen wird? Aber damals war das wohl eher ein politischer Schachzug.

UNO-City in Wien

…Fortsetzung

Nachdem wir zum Mittag essen kurz noch einmal auf dem Schiff waren, ging es in die andere Richtung in die alte Innenstadt Wiens. Zuerst waren wir im Wiener Prater, der zwar geöffnet, aber nicht besonders gut besucht war. Wir haben die Chance gleich genutzt und konnten, ohne uns anstellen zu müssen, eine Runde Riesenrad fahren. Dabei haben wir das Neuere der beiden gewählt und konnten so einen tollen Blick auf das andere alterwürdige Riesenrad und auch die gesamte Innenstadt von Wien werfen.

Weiter ging es über den Prater, wo eine Attraktion die andere jagte. Vergleichbar in etwa mit dem Oktoberfest, nur ohne die Bierzelte.

Blick vom Riesenrad im Wiener Prater

Nachdem wir den Prater hinter uns gelassen haben, ging es vorbei an einer dominikanischen Kirche, dessen Außenfassade erst vor kurzem für über € 2,5 Mio. renoviert wurde. Weiter ging es durch die gut bevölkerten Einkaufspassagen zum Wiener Stephansdom, den wir uns vor 6 Jahren schon einmal angeschaut hatte, der aber damals noch zum größten Teil von einer schwarzen Staubschicht bedeckt war. Damals wurde mit der Renovierung gerade begonnen. Heute, 6 Jahre später, war schon ein bedeutender Teil der Kirche vom dem Schmutz der Jahrhunderte befreit, und es gab schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was uns am Ende für eine prächtige Kirche erwarten wird. Die Kuppel war übrigens schon fertig und erstrahlte in einem glänzenden Gold.

Der Stephansdom

Weiter ging dann unsere Tour vorbei an der Hofburg und am Sissi Museum, wo wir aber dieses mal nicht drin waren, sowie an den anderen Sehenswürdigkeiten der Wiener Innenstadt.

Um 18:30 kamen wir dann zurück auf das Schiff. Susi war ziemlich kaputt, ich selbst eigentlich noch nicht. Und da ich den ganzen Tag über so neidisch auf die vielen Wiener Jogger geschaut hatte (mir fehlte einfach meine Runde vom morgen), wollte ich die verbleibende Stunde bis zum Abendbrot noch für eine Runde an der Donauer Flußpromenade nutzen. Dabei kamen mir geschätzte 50 Jogger entgegen und ca. 10 habe ich selbst überholt ;-) Am Ende war ich 10 km in 50 Minuten unterwegs. Wien ist, so muss ich sagen, ein Paradies für Sportler, egal ob es Radler, Jogger oder Skater sind. Die Uferpromenaden sind sehr gut für diverse Sportarten ausgebaut. Über die Donau bin ich auf dem Rückweg sogar über eine extra für Radler und Fußgänger bzw. Jogger gebaute vierspurige Brücke gelaufen.

Ich bin an der “A-Rosa Bella” vorbei gekommen, einem Schwesterschiff der Aida Aura, auf der wir vor zwei Jahren unsere Mittelmehrkreuzfahrt gemacht hatten. Den einen Stern mehr, den das Schiff bekommen hatte, sah man ihr auch mehr als deutlich an. Ich konnte beim Vorbeilaufen auch einen Blick in die Kabinen werfen und die waren doch deutlich luxuriöser, als unsere. Einen guten Eindruck von der Qualitätsstufe unseres Schiffes haben wir dann auch beim Abendessen bekommen, als ich meinen Radler in der Büchse serviert bekam. Das Essen war ganz gut, wenn auch nicht sehr üppig. Aber zumindest hatte man dann kein schlechtes Gewissen, wie viele Kalorien man wieder zu sich genommen hat.

Um 20:30 haben wir dann wieder abgelegt und Fahrt aufgenommen zu unserem nächsten Ziel Budapest, die Hauptstadt von Ungarn, wo wir morgen gegen 13:00 Uhr ankommen.

Tag 3

Nach einer deutlich ruhigeren Nacht, was wohl an an den weniger durchfahrenen Schleusen lag, wurden wir um 6:30 von anfangs leisem und immer lauter werdendem Vogelgezwitscher geweckt. Wo das wohl herkam? Da hat doch jemand das Boardradio angelassen, was wir spätestens dann gemerkt haben, als der erste, der den ganzen Tag hoch und runter geleierten deutschen Schlager ertönte. Susi war das aber gar nicht Recht und deswegen musste ich das Morgenkonzert wieder abstellen. Ein Blick aus dem Bullauge verriet mir, das wir immer noch auf dem Wasser waren und die Sonne auch schon schien, was wieder einen schönen Tag versprach.

Gegen 13:00 sind wir nach einer ca. 20 minütigen Einfahrt vor einer wirklich beeindruckenden Kulisse, in Budapest angekommen.

Budapest ist noch eine relativ junge Stadt, denn sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den Zusammenschluss der Städte OBuda, Buda und Pest gegründet. Schon vom Schiff aus konnte man, wohin das Auge auch sah, lauter Sehenswürdigkeiten sehen. Der Fotoapparat stand kaum still. Umso mehr freuten wir uns auf die Stadtrundfahrt, die wir am Nachmittag unternehmen wollten. Aber vorher wollten wir uns noch einmal beim Mittagessen stärken. Allerdings war die Portion so klein, das Susi den ganzen Nachmittag gejammert hat, das sie noch Hunger hat.

…Fortsetzung

Die Reiseleiterin war, wie auch nicht anders zu erwarten, Ungarin, sprach aber relativ gut Deutsch, so dass wir das meiste verstanden haben. Voller Stolz zeigte sie uns das ungarische Parlament, das ein Nachbau des berühmten Londoner “Palace of Westminster” war, nur 5 m² größer und damit das größte Parlament Europas ist, wie sie mehrfach betonte. Die Reiseleiterin erklärte uns auch, warum das Gebäude so groß geraten war. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges war Ungarn ca. 2/3 größer und hatte deutlich mehr Einwohner. Da es aber am Ende des Krieges auf der Verliererseite stand, musste es den größten Teil seines Landes und damit auch seiner Bevölkerung an die Siegermächte abtreten.

Das ungarische Parlament

Wir waren weiterhin auch in der Matthias Kathedrale in der Sissi und Franz Joseph damals gekrönt wurden, sowie auf dem Höchsten Punkt von Budapest, dem Janos Berg am Friedensengel, der uns einen herrlichen Ausblick über die Donau und auch die ganze Innenstadt bot.

Außerdem waren wir noch auf dem Heldenplatz, der zur Jahrtausendfeier zur Landnahme der Ungarn 1896 errichtet wurde und alle "Helden" der ungarischen Geschichte, angefangen vom ersten König Stephan, zeigte.

Der Heldenplatz in Budapest

Nach dem Abendessen haben wir beschlossen, noch ein wenig vom Budapester Abendflair einzufangen und durch die herrlich beleuchteten Straßen zu flanieren. Dabei konnten wir auch einige herrliche Fotos machen. Zurück zum Schiffe gingen wir über die frisch gestrichene, in einer herrlichem grünen Farbton erstrahlende Friedensbrücke.

Blick auf die Friendsbrücke in der Nacht

Insgesamt war es ein wirklich gelungener Tag und wir freuten uns schon sehr auf den morgigen Ausflug zu Schloss Gödöllö, um auf den Spuren von Sissi zu wandeln.

Tag 4

So, Mittagspause und damit Zeit, die Erlebnisse des ersten Teils des vierten Tages aufzuschreiben. Die Nacht war eigentlich sehr ruhig, kein Wunder, wir haben ja auch in Budapest übernachtet. Unser Schiff lag die ganze Nacht vor Anker. Die nächste Nacht werden wir wieder mit voller Fahrt ;-) über die Donau "brausen". Den Smiley schreibe ich deswegen, weil ich irgendwie der Meinung bin, das wir einen der langsamsten Dampfer erwischt haben. Uns haben auf der Hinfahrt doch einige Schiffe überholt.

Den Morgen habe ich, wie ich es normalerweise gewohnt bin, mit einem Morgenlauf begonnen. Dabei bin ich zuerst auf der einen Seite der Donau gelaufen, die leider nicht sehr lauffreudig ausgebaut war. Über einer der 9 Budapester Brücken bin ich auf die Margaretheninsel, inmitten der Donau gelangt. Die war auch deutlich besser zum Laufen geeignet. Auf der einen Seite war sogar eine extra Laufbahn, wie man sie sonst nur aus dem Stadion kennt, ausgelegt. Das könnte man in München im englischen Garten auch mal machen. Ich bin also einmal um die Insel rum und dann auf der anderen Seite der Donau zurück zum Schiff. Insgesamt bin ich ca. 12 km gelaufen.

Um 8:45 fuhr ging es dann durch den morgendlichen Stau, in einer ca. 60 minütigen Fahrt, Richtung Schloss Gödöllö.

Unsere Reiseleiterin war diesmal eine Dame älteren Semesters, die den Eindruck einer Deutschlehrerin im Ruhestand gemacht hat. Aber trotz ihres Alters war die Dame doch recht gut drauf und hat den Bus erst mal mit ein paar Witzen in Stimmung gebracht.

Dort angekommen, konnten wir ein paar Fotos von dem Schloss machen. Drinnen war das Fotografieren, wie meistens in Schlössern, leider verboten.

Schloss Gödöllö vor den Toren von Budapest

Dabei hätte sich das gelohnt, denn das Schloss wurde erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts komplett renoviert. Das war wohl auch nötig gewesen, denn nach dem Krieg wurde das Schloss im Sozialismus total zweckentfremdet. Erst war es ein Lazarett und Lager für die Sowjetarmee und später dann ein Altenheim. Als es dann geschlossen wurde, hatte sich niemand mehr so richtig um das Schloss gekümmert und es ist wohl ziemlich verfallen. Erst nach der Wende, als der Kapitalismus auch in Ungarn wieder Einzug hielt, erkannte man, das aus einem schön hergerichteten Schloss deutlich mehr Kapital zu schlagen ist. Zumal die Sissi-Verehrung der Ungarn auch in den Zeiten des Sozialismus nie ganz verebbt ist.

Wie sehr alles in dem Schloss auf Sissi fixiert war, sah man schon daran, das deutlich mehr Bilder von Sissi, als von Franz Joseph aufgehängt waren. Es waren sogar mehr Bilder, als im Sissi Museum in Wien, jedenfalls war das der Eindruck, den Susi hatte. Insgesamt war die Führung durch das Schloss sehr interessant und auch informativ, da wir wieder einiges neues über Sissi und ihr Leben erfahren haben. Abgerundet wurde der Schlossbesuch von einer Tasse Kaffee und einem Stück Sachertorte (oh je, wieder Kalorien).

Zurück auf das Schiff ging es dann auf einer etwas anderen Route, wo uns mal wieder ein leckeres Mittagessen erwartete.

Da wir bis zum Ablegen des Schiffes noch ein paar Stunden Zeit haben, werden wir uns jetzt zu Fuß auf den Weg in die Stadt machen und uns einige Sehenswürdigkeiten anschauen, die wir gestern nur im vorbeifahren gesehen haben.

…Fortsetzung

So, wir sind wieder zurück von unserer spannenden Tour. Budapest erinnert uns in einigen Teilen an Paris, was die langen Einkaufsstraßen angeht, in einigen Teilen aber auch in einigen Teilen an Rom, vor allen wegen des Stephansdom, der eine verblüffende Ähnlichkeit zum Petersdom in Rom hat.

Der Stephansdom in Budapest

Und das sowohl was den Baustil von außen als auch die prachtvolle Ausstattung innen angeht. Wir waren echt beeindruckt.

Blick in den Stephansdom

Kirchen gibt es übrigens jede Menge, wie auch in Paris oder Rom, weit über 60 Prozent der Ungarn sind auch katholisch. Wir haben auch die “Große jüdische Synagoge”, die größte ihrer Art in Europa, gesehen.

Eine große jüdische Synagoge

Auffallend waren bei unserem Spaziergang durch Budapest aber auch die vielen Baustellen die noch recht häufig das Straßenbild bestimmten. Hier ist doch noch nicht wenig an sozialistische Altlasten zu beseitigen.

Für uns steht fest, das wir in einigen Jahren zurück nach Budapest kommen wollen. Aber vorher haben wir noch einige schöne Städte in Europa und auch Übersee zu besuchen. Zum Beispiel gleich morgen Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei.

Tag 5

Auf geht’s in den fünften Tag unserer Flusskreuzfahrt. Obwohl es von Wien bis Budapest weiter als von Budapest nach Bratislava (ca. 60 km) ist, brauchen wir diesmal etwas länger. Ob das daran liegt, das wir dieses mal gegen die Strömung fahren?

Auf jeden Fall sind wir erst 13:45 am Ziel unserer heutigen Fahrt und blieben dann auch nur ca. 4 Stunden. Aber das ist hoffentlich genügend Zeit, um uns die Altstadt in Ruhe anschauen zu können.

Bratislava ist erst seit 1993 die Hauptstadt der Slowakei, seit sich die nach dem ersten Weltkrieg gegründete Tschechoslowakei wieder getrennt hat. Bratislava hat seinen endgültigen Namen 1916 erhalten, nachdem es zwischendurch auch mal Braslavespurch und Pressburg hieß.

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem der Martinsdom, das Michaelertor, unmittelbar daneben das mit 130 cm schmalste Haus Europas, das Palais Grassalkovich, sowie die Burg Bratislava und die Burg Devin, bzw. was davon noch übrig ist.

Die Burg von Bratislava

…Fortsetzung

Zurück von unserem Landgang sind wir auch schon wieder unterwegs zu unserer letzten Station, der kleinen Stadt Dürnstein. Dort werden wir mal ausnahmsweise relativ zeitig ankommen.

Nun aber noch ein paar Worte zu unseren Eindrücken von Bratislava. Ich muss sagen, das wir von der Stadt ein wenig enttäuscht waren. Bratislava machte eher den Eindruck einer biederen Kleinstadt, als der Hauptstadt eines Landes. Einige Fleckchen waren zwar recht gemütlich und auch schon recht ansprechend renoviert, vor allem was Teile der Altstadt betrifft, aber an viel zu vielen Stellen sind noch die Überreste der sozialistischen Einheitsplattenbauten zu sehen. Hier hat Bratislava noch sehr viel aufzuholen. Selbst die Burg von Bratislava, in der die Regierung ihren Sitz hat, war eine einzige Baustelle. Aber vielleicht ist unsere Einschätzung auch ein wenig Unfair, da wir noch unter dem Eindruck des wirklich tollen Budapest standen.

Ein beliebtest Fotomotiv 

Tag 6

Der letzte Tag unserer Flusskreuzfahrt hat begonnen. Die Nacht habe ich diesmal als ziemlich unruhig empfunden, was vielleicht an den 4 Schleusen lag, durch die wir mussten. Das Schiff wurde ein paar mal kräftig durchgeschüttelt.

In der nächsten halben Stunde werden wir in Dürnstein einlaufen, der letzten Station unserer Kreuzfahrt. Die werden wir dann wieder zu Fuß erkunden, so groß ist die Stadt ja nicht, bei weniger als 1000 Einwohnern…

…Fortsetzung

Blick auf Dürnstein

Wir sind zurück von unserem letzten Landgang. Dürnstein ist ein gemütliches kleines Städtchen, das vollkommen auf den Tourismus ausgerichtet ist. Der berühmteste "Gast" der Stadt war schon vor etwas längerer Zeit da. Es war Richard Löwenherz, der 1193 auf der inzwischen verfallenen Burg 4 Monate gefangen war. Wir haben uns die Mühe gemacht, sind die steilen Stufen hoch geklettert, wurden dafür mit einer fantastischen Aussicht auf die darunter liegende Stadt und die auf der Donau vorbei fahrenden Schiffe belohnt.

Blick von der Burgruine

Dürnstein wurde im Jahre 860 das erste mal urkundlich erwähnt und hat in seiner Geschichte einiges erlebt. Im Jahre 2001 wurde die Stadt zusammen mit der Wachau zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt hat man schnell angeschaut, trotzdem lohnt ein Besuch zusammen mit einem Ausflug in die Wachau allemal.

Inzwischen sind wir wieder auf dem Rückweg nach Passau, wo wir morgen früh gegen 8:00 Uhr ankommen und dann mit dem Zug wieder zurück nach München fahren werden. Gerade fahren wir am Stift Melk vorbei, das ein wirkliche herrliches Panorama bietet. Leider legen wir nicht an, so das ich es nur im vorbeifahren fotografieren kann.

Blick auf Stift Melk

Fazit:

Insgesamt haben wir an den 6 Tagen etwas über 1200 km zurückgelegt. Wenn ich mir so anschaue, wie langsam wir uns fortbewegen (jeder Radler oder Jogger ist schneller), kann man sich das kaum vorstellen. Aber wir sind bis auf ein mal, jede Nacht durchgefahren, auch wenn diese Nachfahrten immer wieder durch die Stopps an den Schleusen unterbrochen wurden. In der letzten Nacht warten noch einmal 5 Schleusen auf uns.

Das Schiff und auch die Kabine war ganz OK, auch wenn man die 40 Jahre, die das Schiff schon auf dem Buckel hat, doch an vielen Stellen gemerkt hat. Angeblich ist diese Saison die letzte, die die MS Wolga mit Passagieren über die Donau fährt. Danach wird sie wohl verschrottet, sie Ruhe in Frieden…

Die Idee, statt einer Städtereise, sich gleich 4 Städte in einem Urlaub anzuschauen und das mit einer Flusskreuzfahrt zu verbinden, ist an sich schon sehr gut und auch effektiv. Allerdings ist das nach meinem Gefühl her eher etwas für das ältere Semester, was wir auch an dem Durchschnittsalter unserer Mitreisenden gemerkt haben. Bei unserer letzten Flusskreuzfahrt auf dem Nil vor 6 Jahren, war ich sportlich noch nicht so aktiv und da hat mir die sportliche Betätigung nicht so gefehlt.

Meine nächste Flusskreuzfahrt werde ich wohl erst wieder machen, wenn ich genauso alt bin, wie der Rest der Passagiere. Es sei denn, Susi schafft es vorher doch noch einmal, eine interessante Route mit lohnenden Ausflugszielen zu finden und mich zur nächsten Fahrt zu überreden.

 

Comments: 1

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Finde den Reisebericht ganz interessant, er hat mich in die mir (wohl noch für die nächsten Jahrzehnte) fremde Welt der Flusskreuzfahrten entführt in Orte, die ich als Student mit dem Auto angefahren habe.

 
 
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